Auszeichnungsfeier zur siebten Naturparkschule in Baden-Württemberg

„Infiziert von der Idee der Naturparkschulen“

„Hört gut zu, hört gut zu, wir werden heut‘ Naturparkschul‘“. Mit diesem Refrain, inbrünstig gesungen vom Chor der Dr.-Josef-Schofer-Schule, ist eigentlich das Wesentliche gesagt: Das Lied war Bestandteil des Festakts zur offiziellen Auszeichnung der Schule als Naturparkschule durch Jürgen Bäuerle, in Personalunion Landrat und Vorsitzender des Naturparks Schwarzwald Mitte/Nord. Die Voraussetzungen, um die Zertifizierung vom Verband Deutscher Naturparke zu erhalten, hatte die Schule im vergangenen Schuljahr mehr als erfüllt: Verschiedene Klassen hatten fünf Module in „moderner Heimatkunde“ absolviert (Bedingung sind mindestens vier). Unter der Projektleitung von Bruni Gassenschmidt befassten sich die Kinder etwa mit Ziegenhaltung, Imkerei und Heilkräutern. Mit im Boot sind jeweils externe Fachleute, die „ihr Thema“ mit der entsprechenden Expertise vermitteln. Die Franziska-Höll-Schule im Untertal war bereits im Vorjahr zertifiziert worden.

Zur Feier, von Schülern über weitere Musik- und Gedichtvorträge gestaltet, begrüßte Schulleiter Bernhard Schmidt. „Es ist eine Ehre, dass unsere Schule als siebte im Land Naturparkschule werden darf. Die Schulgemeinschaft ist voller Begeisterung dabei.“ Bäuerle überreichte ihm die Zertifizierungsurkunde und -plakette. Der Landrat zeigte sich stolz, dass fünf der inzwischen zertifizierten Naturparkschulen zum Landkreis Rastatt zählten. Als Motivator an der Dr.-Josef-Schofer-Schule nannte er Konrektor Karl Linz, der von der Idee „infiziert“ worden sei und die Module gemeinsam mit Bruni Gassenschmidt erarbeitet habe. Ziel sei, dass die Schüler Heimat und Natur erlebten und sich mit der Produktion regionaler Lebensmittel befassten. Jedes Kind werde zum Botschafter des Naturparks, indem es seine Erlebnisse ins persönliche Umfeld transportiere. Abschließend dankte er allen am Projekt Beteiligten, insbesondere Gassenschmidt, die an beiden Schulen mit Engagement, Kompetenz und Temperament unterwegs sei. Bürgermeister Hans-Peter Braun erinnerte an die Weichenstellung zur Zertifizierung durch den Gemeinderat 2017. Man befinde sich in einer Gemeinde mit viel Potenzial an Natur- und Kulturprojekten: Es gelte, den Kindern diese frühzeitig nahzubringen. „Wir freuen uns daher, als erste Gemeinde im Naturpark gleich zwei Naturparkschulen auszeichnen zu können.“

Schmidt beschrieb die Gründe, die die Schule zur Bewerbung bewogen hatten: „Die Förderung der Heimatverbundenheit. Die Möglichkeit, den Kindern die Natur näherzubringen und Projekte zu initiieren, bei denen konkrete Anschauung und praktisches Tun im Vordergrund stehen.“ Heimatverbundenheit habe an Bedeutung gewonnen, da längst nicht mehr alle Schüler der Schule aus Bühlertal stammten. Zudem sei das themenspezifische Know-How der außerschulischen Partner größer als das der Lehrer, ebenso ihr Enthusiasmus. „Die Kinder hängen an ihren Lippen.“ Dieser Eindruck sollte in einem Kurzfilm über die Module bestätigt werden. Ob Ziegenfüttern oder die Herstellung von Kräutertee: „Es sind Erlebnisse, die die Kinder nie vergessen werden“, resümierte Schmidt. „Das Projekt ist ein Erfolgsmodell.“ Schließlich bedachte er Kooperationspartner und Projektleiterin mit Präsenten, bevor die Feier an einem Buffet mit Produkten nicht nur aus regionaler, sondern auch aus „naturparkschulischer“ Herstellung – Apfelsaft und Ziegenkäse etwa – ausklang.